Derzeit sind viele Privatanleger verunsichert. Angesichts der Finanzkrise und der jüngsten Entwicklungen der sogenannten
Schuldenkrise unterlassen es viele Menschen, in schwankende Wertpapiere, zum Beispiel in Aktien, zu investieren. Denn unter
Umständen führen bereits kleinere Neuigkeiten bezüglich der aktuellen wirtschaftlichen Probleme zu enormen Kursänderungen an den Märkten.
In diesem Zusammenhang wird in den
Finanznachrichten
oftmals von einer relativen großen
Nervosität der Märkte gesprochen.
Diese ist der Grund,
warum viele Anleger derzeit eher auf verzinsliche und eher konservativ ausgerichtete Anlagemöglichkeiten zurückgreifen.
Eine dieser verzinslichen Anlagevarianten sind Festgelder. Auch diese werden derzeit genutzt.
Denn der große Vorteil des Festgeldes liegt in seiner Planungssicherheit und Kapitalgarantie.
Die Vorteile des Festgeldkontos
Ein Vorteil der
Festgeldanlage liegt darin, dass der Zinssatz für den vereinbarten Anlagezeitraum vertraglich gesichert ist
und sich deshalb während dieser Zeit nicht ändern kann. Ein einmal als Festgeld angelegter Betrag ergibt demnach eine Endsumme,
mit der man nach der Anlagezeit fest planen kann. Das ist beispielsweise dann sehr vorteilhaft, wenn auf ein festes Sparziel
hin angelegt wird, für das eine bestimmte Summe zur Verfügung stehen soll. Auch Anleger, die mit kurzfristig sinkenden
Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt rechnen, können sich so den einmal vereinbarten Zins
sichern.
Im Punkt der Sicherheit hat das
Festgeldkonto eine weitere Stärke. Das eingezahlte Kapital weist weder Schwankungen auf,
noch kann es zum Verlust des Geldes kommen. Selbst im Fall einer Insolvenz des Kreditinstitutes ist das auf einem Festgeld
angelegte Kapital gesichert. In erster Linie erfolgt diese Sicherung über Einlagensicherungsfonds der Banken bzw. Sparkassen.
Aber auch die Haftung des Bundes für sogenannte Passiveinlagen greift in einem solchen Fall. Seit 01. Juli 2009 beläuft sich diese
in Deutschland auf 50.000 Euro je Anleger und Konto.
Zu den Nachteilen eines Festgeldes
Festgeldkonten haben allerdings auch Nachteile. So ist der gewünschte Anlagezeitraum als Festlegefrist zu betrachten - meist 3 bis 12 Monate.
Während dieser Zeit, in der wie bereits erwähnt die Konditionen feststehen, können grundsätzlich keinerlei Verfügungen vorgenommen
werden - selbst in finanziellen Notlagen. Diese Festlegung des Anlagebetrages ist die Voraussetzung für den andererseits
vertraglich zugesagten Zinssatz. Wer die Anlage auf einem Festgeld in Erwägung zieht, sollte also einen bestimmten Betrag als
finanzielle Reserve besitzen, der so angelegt ist, dass er jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist
abrufbar ist - zum Beispiel auf einem
Tagesgeldkonto. Kündigt sich in der Finanzwelt eine Inflation an, so sollte man sich
außerdem
langfristige Festgeld-Anlagen gut überlegen.
Wie bei den meisten anderen Anlageformen, sind auch die mittels eines Festgeldkontos erwirtschafteten Erträge in voller Höhe steuerpflichtig.
Um diese Versteuerung zu verhindern, kann ein sogenannter Freistellungsauftrag gestellt werden, der steuerfreie Ertragszahlungen
bis jährlich maximal 801 Euro (Alleinstehende) bzw. 1602 Euro (zusammen veranlagte Ehegatten) ermöglicht. Werden darüber hinaus
gehende Zinserträge erwirtschaftet, ist die Versteuerung grundsätzlich nicht zu verhindert - lediglich in bestimmten Ausnahmefällen.
Das Festgeld beschert dadurch Anlegern mit hohen Zinserträgen einen Nachteil gegenüber steuerbegünstigten Anlageformen.
Menschen mit hohen Zinserträgen sollten unter anderem diese Sparformen nutzen, um Steuern einzusparen - zum Beispiel offene Immobilienfonds.
Deren Erträge sind häufig - je nach Anlageausrichtung - nur zu ca. 50% steuerpflichtig.
Der Anleger kann so praktisch ungefähr den doppelten Ertrag erwirtschaften, ohne einen Steuerabzug hinnehmen zu müssen.
Aber auch Rentenversicherungen und Riesterverträge können zur steuerbegünstigten bzw. gar steuerfreien Ansparung von Kapital genutzt
werden, wenn das Sparziel im Bereich der Altersvorsorge liegt.